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Das Ruhegebet Das innerliche Gebet

Das innerliche Gebet nach Teresa von Avila

Das Tor zu unserer Innerlichkeit ist das Gebet

Neue Lebensenergien möchten dir zufließen.
Finde den geistlichen Weg in die Innerlichkeit
und wage den ersten Schritt zur Entgrenzung.
Denn die Schönheit deiner Seele möchte zum Leuchten kommen.
Zeichen der Liebe umgeben dich überall,
so dass sich dein Leben zum Besseren verändern kann.

Signet

Vor dem Ruhegebet ist es ratsam, sich zurückzuziehen, um sich zu sammeln. Du musst nicht unbedingt einen extra ruhigen Platz aufsuchen oder die Augen schließen. Einen besonderen Aufwand zu treffen ist nicht erforderlich. Erfahrungsgemäß schließen sich die Augen ganz von allein und dein Inneres wünscht sich tiefe Ruhe. Die Wahrnehmung der äußeren Welt tritt von selbst zurück. Deine Sinne und die äußeren Dinge scheinen mehr und mehr ihr Recht zu verlieren, während die Seele ihr verlorenes Recht wiedergewinnt.

Wenn Gott dir diese Gnade gewährt, ist er dir in ganz besonderer Weise behilflich, ihn in deinem eigenen Inneren zu finden. Das Innewerden des Schöpfers in dir geschieht nicht durch den Verstand, der sich bemüht, Gott in deinem Inneren als gegenwärtig zu denken. Das Innewerden Gottes in dir geschieht auch nicht durch deine Einbildungskraft, die sich ihn in uns selbst vorzustellen sucht. Dies gehört in den Bereich der Betrachtung, ist jedoch kein Bestandteil des Gebetes der Ruhe.

Im Ruhegebet geschieht das Zurückweichen der Seele in dein Inneres ganz von selbst - ohne irgendein Dazutun deinerseits. Alle, die mit dieser Gebetsweise begnadet sind, machen diese Erfahrung. Es ist schwer, hier weitere erklärende Worte zu finden.

Signet

Mitten im Gewässer und in den Stürmen dieser Welt hast du die Möglichkeit, festes Land in dir und damit tiefen inneren Frieden zu finden.

Du Gott, weißt, wie viel für mich an diesem Frieden gelegen ist.
Gib mir die Einsicht und das Verlangen, ihn immer aufs Neue zu suchen.
Bewirke, dass alle deinen Frieden in ihrem Herzen tragen
und lass nicht zu, dass wir ihn verlieren.
Sei bei uns und führe uns dorthin, wo der wahre Friede niemals endet.
Doch schenke uns auch dann die Ruhe und den Frieden,
wenn wir vorübergehend das Kreuz tragen müssen,
um es zu überwinden.

Signet

Viele Menschen können nur mündlich beten. Das innerliche Gebet bleibt ihnen vorerst verschlossen. Ihr aktiver Geist ist so unstet, dass sie bei keinem Inhalt verweilen können, sondern immer in Unruhe sind. Nicht wenige, die beten möchten, machen die Erfahrung: Immer wenn sie sich auf Gott ausrichten, kommen ihnen tausend andere Gedanken in den Sinn - sogar Ungereimtheiten und Zweifel. Sicherlich werden diese Menschen, die nur mündlich beten, anderen, die den innerlichen Gebetsweg gehen, nicht nachstehen.

Du kannst durch das mündliche Gebet in das innerliche Gebet hineinkommen und von hier aus weiter in den Zustand der Ruhe, in dem deiner Seele unendliche Liebe zufließt.

Signet

Herr, wie kommt es nur, dass wir das Gute, das du uns erweist,
so wenig begreifen und es nicht für uns und andere zum Nutzen anwenden?
Auf verschiedene Weise lässt du uns deine Liebe zuströmen;
doch wir, die wir in der Liebe zu dir so wenig Erfahrung besitzen,
wissen nicht recht damit umzugehen.
Wir kehren allzu leicht in alte und enge Gewohnheiten zurück.
Unsere Gedanken wenden sich oft von dir ab-
anstatt offen zu sein für die großen Geheimnisse,
die du uns im Heiligen Geist offenbaren möchtest.

Signet

Das Wesen des innerlichen Gebetes besteht nicht nur im Nicht-Sprechen und im Schließen des Mundes. Indem du Gebetsworte innerlich sprichst und dich gleichzeitig auf Gott hin ausrichtest, geschieht ein Aufmerken der Seele. Achte nicht auf die Worte selbst, sondern lasse schweigend geschehen, was geschehen möchte. Während der Gebetsworte etwas anderes zu denken, ist ein Hemmnis, über das hier nicht gesprochen werden soll. Bedenke, wen du mit deinem Gebet ansprichst und bedenke, wer es ist, den du anrufst und um etwas bittest.

Bitte den Herrn, er möge deine vielen Gedanken zur Ruhe kommen lassen. Bringe ein bisschen Mut auf und richte deinen Blick nach innen, um den Herrn wahrzunehmen.

Gehe behutsam mit dir und deiner Innerlichkeit um, denn du besitzt in dir etwas unvergleichlich Kostbares, wie du es in der äußeren Welt niemals wahrnehmen kannst. Da der Schöpfer in dir selbst wohnt und anwesend ist, ist jeder Gedanke und jedes Gefühl, du seiest inwendig leer, unwahr. Erinnere dich des öfteren an seine Gegenwart in dir, dann werden die Situationen und Dinge dieser Welt keine außerordentliche Macht mehr über dich gewinnen.

Signet

"Das Innerliche Gebet nach Teresa von Avila" wird ausführlich beschrieben in dem Buch Aus der Quelle schöpfen von Peter Dyckhoff. Es ist im Don Bosco Verlag erschienen. Sie können das Buch unter www.donbosco-fachbuchhandlung.de bestellen.

Weitere Bücher von Peter Dyckhoff finden Sie hier. 

 

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