Beten mit Elmar Gruber
.
Ich bin der gute Hirt.
„Wer nicht durch die Tür hineingeht,
sondern anderswo einsteigt,
ist ein Dieb und ein Räuber.“
(Johannes 10,1)
Du bist der gute Hirt.
Du gibst dein irdisches Leben für uns,
damit wir das Leben
deiner ewigen Liebe
erkennen, anerkennen
und in uns aufnehmen.
#
Du kennst mich ganz.
Du weißt, was mir fehlt,
schon bevor ich es weiß.
#
Du rufst mich beim Namen.
Ich - aber auch alle anderen
sind ganz einmalig für dich.
Ich erkenne deine Stimme;
in jeder liebenden Stimme
höre ich deine Stimme heraus.
#
Du bist kein Einbrecher.
Du achtest meine Freiheit.
Du klopfst an
und kommst durch die Tür,
die ich dir öffnen muss.
#
Du hast mir die Sehnsucht nach dir
ins Herz gegeben.
Diese Sehnsucht gibt mir die Kraft,
die Tür zu öffnen,
die von meinem Egoismus immer
wieder verschlossen gehalten wird.
#
Du kommst durch die Tür,
die du selber bist.
Du gehst durch dich hindurch.
Du gehst aus dir heraus,
ganz selbstlos,
damit du ganz ohne Zwang
in mich eingehst
und mir mein wahres Selbst erschließt.
Du selbst wirst meine Tür.
In den Bruchstellen meines Lebens
zerbrechen die Riegel,
mit denen ich selbst
die Tür verschlossen halte.
#
Die Macht deiner Liebe ist so stark,
dass schließlich Schloss und Riegel
von selbst zerbrechen
und dir den Zugang geben.
#
Du kommst zu mir
und treibst mich an.
Du führst mich hinaus
auf die Weide - ins Weite.
#
Der Dieb kommt
mit der Macht der Gewalt
in schlechter Absicht.
Du kommst mit der Macht der Liebe,
die in ganz anderer Weise
unwiderstehlich ist.
#
Du schiebst mich
in jedem Leidensdruck meines Lebens.
Du ziehst mich
in den Augenblicken meines Glücks.
#
Du kommst,
„damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben“ (Johannes 10,10).
#
Du bist der gute Hirt.
Du gehst dem Verlorenen nach,
bis du es findest.
Darum gibt es keine Verlorenen in deiner Herde.
Und deine Herde - das sind alle Menschen.
##
Herr,
lass mich in Freud und Leid
deine Liebe erkennen.
|